Lions Quest

Klassenlehrerstunde

 

 

1. Grundkonzeption

Lions Quest ist ein Präventions- und Lebenskompetenzprogramm des Lions Clubs unter dem Namen „ Erwachsen werden – Lebenskompetenzen für Kinder und Jugendliche der Sekundarstufe I“, das Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen, sozialen und schulischen Entwicklung stärkt.

 

1.1 Kernziele des Programms

Soziale und emotionale Kompetenzen fördern: Selbstwahrnehmung, Selbstmanagement, Empathie, Beziehungsfähigkeit.

 

  • Gewalt- und Suchtprävention: Stärkung von Schutzfaktoren, verantwortungsvolle Entscheidungen, Umgang mit Druck und Risiko.
  • Wertebildung und Zivilcourage: Respekt, Verantwortungsbewusstsein, Fairness und Engagement im Gemeinwesen.
  • Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenzen: Aktives Zuhören, gewaltfreie Kommunikation, konstruktive Konfliktstrategien.
  • Klassen- und Schulkultur stärken: Teamarbeit, Zugehörigkeit, positives Lernklima und Partizipation.
  • Medien- und Alltagskompetenzen: Reflektierter Umgang mit Medien, Stress- und Zeitmanagement.

Das Programm ist altersgestuft aufgebaut, arbeitet methodisch aktivierend und ergebnisorientiert, um Lebenskompetenzen langfristig zu verankern.
Einen guten Überblick über das Programm erhält man auch in dem Video „Was ist Lions-Quest“.


1.2 Themenverteilung 

 

1. Teil – Gute Gemeinschaft

Der erste Teil beschäftigt sich mit Fragen der eigenen Person: Wer bin ich? Wer sind die anderen? Wie gehen wir miteinander um? Welche Bedeutung hat die Gruppe und wie beeinflusst sie mich? Diese Themen schaffen die Grundlage für eine vertrauensvolle und konstruktive Lernatmosphäre und damit für die gemeinsame Arbeit mit den weiteren Teilen des Programms. Als Angebot sind Themen eingefügt, die helfen können, die begonnene bzw. bevorstehende Lebensphase der Pubertät besser zu verstehen und zu bewältigen.
Dieser Teil bietet gerade für den Übergang von der Grundschule zur Realschule eine gute Unterstützung in den Phasen der Gruppenbildung.
Er hilft bei der Zeit des Kennenlernens, befasst sich mit der Förderung der Klassengemeinschaft und soll Orientierungs- und Integrationshilfen geben. Der respektvolle Umgang miteinander und das Entwickeln von Verhaltensregeln spielen dabei eine große Rolle. Für eine konstruktive Lernatmosphäre ist ein gutes Klassenklima unabdingbar–wo man sich wohl fühlt, lernt man besser.


2. Teil – Gesundes Selbstvertrauen

Ein angemessenes realistisches Selbstvertrauen ist für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen von zentraler Bedeutung. Was ist eigentlich Selbstvertrauen? Worauf gründet sich mein Selbstvertrauen? Wie kann ich mein eigenes oder auch das Selbstvertrauen anderer stärken? Sich der eigenen Fähigkeiten und Stärken bewusst werden, diese auch einzusetzen und dafür Anerkennung zu bekommen, fördert die Ausbildung eines gesunden Selbstvertrauens.

 

3. Teil – Vielfältige Gefühle

Die Kinder und Jugendlichen werden in der Fähigkeit gefördert, eigene Gefühle wahr und ernst zu nehmen, sie zu akzeptieren, auszudrücken und als etwas zu begreifen, das ihnen bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit hilft. Ein wichtiges Thema in diesem Teil ist auch der Umgang mit belastenden Situationen.

 

4. Teil – Wichtige Mitmenschen

Wie kann man echte Freundschaften aufbauen, weiterentwickeln, verbessern? Welchen Einfluss hat die Clique? Wie hält man Gruppendruck stand? Wie kann man Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte in einer Freundschaft konstruktiv lösen? Wie geht man mit Enttäuschungen, mit einem Verlust um?
Wo ist mein Zuhause? Die Zusammensetzung der Familien und das Zusammenleben haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Welche Erwartungen und Wünsche haben Kinder und Jugendliche, was empfinden sie als enttäuschend oder konfliktträchtig? Dieser Teil regt an, die Beziehungen innerhalb des eigenen Zuhauses und in anderen Familien zu reflektieren und Schritte zur Verbesserung der Beziehungen oder zur Lösung von Konflikten zu probieren.

 

5. Teil – Klärende Kommunikation

Klärende Kommunikation stärkt Schülerinnen und Schüler darin, Konflikte und Missverständnisse konstruktiv zu lösen. Im Fokus stehen das Wahrnehmen und Benennen Gefühlen und Bedürfnissen, das Formulieren von Ich- Botschaften statt Schuldzuweisungen sowie respektvolle Gesprächsregeln wie aktives Zuhören, Paraphrasieren und Nachfragen. Durch Perspektivenwechsel und gemeinsame Problemlösung lernen die Teilnehmenden, sachlich nach Lösungen zu suchen, Kompromisse zu finden und verbindliche Vereinbarungen zu treffen. So werden Empathie, Selbstwahrnehmung und Verantwortung gefördert und eine präventive, wertschätzende Schulkultur gestärkt.

 

6. Teil – Kluge Entscheidungen

„Ich treffe meine Entscheidungen.“ In diesem Teil geht es um das Problem der Verantwortung eigener Entscheidungen u.a. zu den Themen Lebensstil, Umgang mit dem eigenen Körper, berufliche Zukunft. Hier werden auch Informationen über Suchtmittel und Fragen des Suchtverhaltens aufgegriffen: z.B. Wirkung von Tabak, Alkohol, illegalen Drogen, die Rolle der Werbung und der Medien, Vermeidung von Suchtverhalten.

 

2. Konkrete Umsetzung des Lions – Quest – Programms an der HVRS

Bereits seit 2014 haben interessierte Kolleginnen und Kollegen sich fortbilden lassen. Nach einer Umfrage im Rahmen der Erstellung unseres Schutzkonzepts in der Schülerschaft im Jahr 2023 kam heraus, dass die Schülerschaft sich Unterstützung im Bereich der Entwicklung persönlicher und zwischenmenschlicher Kompetenzen wünscht. Daraufhin beschlossen wir als Kollegium gemeinsam mit dem oben genannten Programm (LQ) zu starten

 

2.1 Ist-Zustand

Im Rahmen zweier pädagogischer Tage im Dezember 2024 wurde das gesamte Kollegium zu Lions Quest fortgebildet. Weiterhin erhalten neue KollegInnen die Möglichkeit eine Fortbildung zum Programm zu machen.
Seit dem 2. Schulhalbjahr 2024/25 ist Lions Quest fest mit einer Wochenstunde für die Klassen 5-10 im Stundenplan etabliert. Im Rahmen der Klassenförderstunde werden entsprechend der Themenverteilung für den Jahrgang relevante Themen mit dem Klassenlehrer bearbeitet. In Klasse 5 wird der Klassenförderunterricht gemeinsam durch die Klassenleitung und den Sonderpädagogen geleitet, um intensiv den Übergang an die neue Schule und die neuen Klassenstrukturen begleiten zu können und die Kinder kennenzulernen. Hierbei wird auch an die den Kindern aus der Grundschule bekannte Struktur des Klassenrats als Instrument zur Konfliktklärung angeknüpft.

Ergänzt wird das Programm durch verschiedene andere Angebote, wie beispielsweise Sozialkompetenztraining (siehe Abbildung).

 

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2.2 Materialpool und Dokumentation 

Um möglichst unkompliziert und ressourcenorientiert mit dem Lions- Quest Programm arbeiten zu können wurde auf Logineo ein Verzeichnis mit allen Themeneinheiten hinterlegt. Hierüber ist die Suche nach Themenschwerpunkt oder Jahrgang möglich und erste Hinweise zur Umsetzung im Unterrichtwerden gegeben. Desweiteren finden sich auch die hinterlegten Materialien aus dem Lions- Quest Ordner und weitere Energizer für den Unterricht.

Die Dokumentation der Durchführungen findet ebenfalls über Logineo statt. In einem extra dafür angelegten Raster dokumentiert das Kollegium sobald ein Baustein durchgeführt wurde. So ist sichergestellt, dass eine neue Klassenleitung jederzeit anknüpfen kann oder auch in Vertretungsstunden weiter an Lions- Quest gearbeitet werden kann.

 

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3. Evaluation

Eine regelmäßige Evaluation des Lions-Quest Programms soll sowohl innerhalb der Schülerschaft als auch im Kollegium durchgeführt werden.

 

3.1 Schülerschaft

Eine größere Evaluation innerhalb der Schülerschaft soll einmal jährlich stattfinden. Hierzu nutzen wir das Schülerfeedback des Schulkompass NRW 2030. Durch das zentrale Schülerfeedback können Meinungen und Einschätzungen der Jugendlichen im Bereich Schulkultur, Wohlbefinden und soziale-emotionale Kompetenzen erhoben werden. Erstmals findet diese im Mai 2026 statt. Die erhobenen Daten dienen dem Kollegium zur Weiterarbeit und eventuellen Nachjustierung.
Des Weiteren haben die Schülerinnen und Schüler regelmäßig nach Abschluss einer Lions-Quest Stunde oder einer Einheit die Möglichkeit den Lehrkräften ein kurzes Feedback über diese zu geben.

 

3.2 Kollegium

Innerhalb des Kollegiums findet die Evaluation einmal jährlich im Rahmen einer Lehrerkonferenz oder Dienstbesprechung am Schuljahresende statt. Dem Kollegium wird dabei der nötige Raum gegeben, um sich über folgende Fragen auszutauschen:

  • Ist die Umsetzung nach Plan möglich?
  • Wie viel schafft man wirklich?
  • Was hat sich bewährt?
  • Gibt es „Sternstunden“?
  • An welcher Stelle müssen Anpassungen vorgenommen werden?

Weiterhin soll in diesem Rahmen auch das Schülerfeedback besprochen und einbezogen werden.